Parkour als Ferienangebot des ETSV09 Landshut und des Nachbarschaftstreffs DOM

Gut, dass es rund um das Nachbarschaftszentrum DOM genügend schattige Flecken gibt. Das Thermometer war auf über 30 Grad geklettert. Im Schatten der Bäume und Büsche konnten die 8 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ferienangebots Parkour eine Trinkpause einlegen und verschnaufen. Nicht allein die Sommersonne hatte die 10 bis 13-jährigen Kids ins Schwitzen gebracht. Im Fokus stand das Abenteuer Parkour.

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Ehe Übungsleiter Alex Siemens die Teilnehmer im Freestyle an die Parkour-Anlage ließ, war eine umfangreiche Aufwärmphase angesagt – mit Dehnen, Animal-Walk, Fall- und Abrollübungen und Trainieren von Präzisionssprüngen. Die Hausherrin Frau Sidorova-Spilker hatte die Teilnehmer des Sommerferien-Angebots zuvor begrüßt. Und natürlich wurden alle Anwesenden auf das Hygiene-Konzept eingeschworen. Denn auch im Parkour-Sport gelten die Corona-Sicherheitsregeln.

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Parkour ist der Sport Großstadtwelten und der Betonschluchten. Es gilt, möglichst behände und elegant Hindernisse zu überwinden, mit Wallrun, Überquerungen und Sprung vom Hang an oder auf die Stange. Wichtig ist dabei die Selbsteinschätzung: Probiert wird, was man sich zutraut. Die Parkour-Anlage am DOM ermöglicht dies unter optimalen Bedingungen. Wenn einer stürzt, federt die Sandgrube den Fall ab. Die 5 Jungs und 3 Mädels stürzten sich nach der Pause im Freestyle ins Abenteuer, jeder auf der Suche nach dem Bewegungs-Flow. Das Fazit war: Wir brauchen mehr! Rund die Hälfte der Teilnehmer und Teilnehmerinnen möchte sich in Zukunft einer festen Parkour-Gruppe anschließen.

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Das nächste Ferien-Sport-Angebot des ETSV09 Landshut startet am 19.08. auf dem Vereinsgelände. Dann kann man für das Deutsche Sportabzeichen trainieren und es absolvieren. Wer also die großen Ferien mit Bronze, Silber oder Gold krönen möchte, sollte sich diesen Termin vormerken.

 

Text: Kerstin Schedlbauer   Bilder: Kerstin Schedlbauer

Die Klasse 7a der Staatlichen Wirtschaftsschule trainiert mit den Stockschützen des ETSV 09.

Das hatten manche Siebtklässler noch nie zuvor gesehen: Stockschießen. Auf allen vier Bahnen der Stockschützen ging es zur Sache. Auf den zwei hinteren Bahnen übten sich die Jungs darin, möglichst in der Mitte durchs Tor, das Blech mit der „10“, zu treffen. Auf den vorderen Bahnen versuchten die Mädels mit den schweren Erwachsenen-Stöcken möglichst nah an die Daube auf dem Mittelkreuz zu kommen. Da war Präzision gefragt! Die halbe Stockschützen-Abteilung des ETSV 09 trat an diesem Dienstag-Nachmittag an, um die Jungs und Mädels bei ihren ersten Stockschieß-Versuchen zu unterstützen.

Die Schützen des Vereins zeigten den Wirtschaftsschülerinnen und Wirtschaftsschülern den richtigen Bewegungsablauf beim Schießen mit dem Stock und erklärten geduldig die Regeln. Außerdem versorgten sie die Durstigen mit Wasser und Saftschorle. Pause konnte man im gemütlichen Unterstand der Stockschützen einlegen. Dabei tauschten sich Jung und Alt auch miteinander aus: „Was macht ihr denn in der Schule, wenn ihr zuhören müsst?“, „Da hören wir auch nicht zu!“

Nur zwei Schüler der Klasse haben keinen Migrationshintergrund. Viele tun sich mit der deutschen Sprache schwer. Auf der Stockschützenbahn spielt das keine Rolle. Ganz unbefangen üben sich die jungen Leute einer der traditionellsten Sportarten, die es in Bayern gibt. Die Zusammenarbeit zwischen der Staatlichen Wirtschaftsschule und dem ETSV 09 leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration.

Manche Mädchen der 7. Klasse erwiesen sich als wahre Naturtalente. Gleich wurden sie zum Training am Montag und Donnerstag eingeladen. Schüler und Lehrer sind froh, dass sie eine neue Erfahrung machen durften. An diesem Nachmittag hatten sie zwar weniger Englisch gelernt, als es im Stundenplan vorgesehen ist, dafür erlebten Teenies, welchen Spaß ein traditionsreicher bayerischer Sport machen kann. Die Wirtschaftsschule dankt den Stockschützen des ETSV 09 von ganzem Herzen für den tollen Nachmittag.

Text und Bilder von Achim Reinhart

Indoor-Parkour(s) des ETSV09 Sonntag, den 28.10. der Renner bei Groß und Klein

„Kinder gehen da ran, ohne nachzudenken!“ Das war von Michael Wallner als Kompliment gemeint. Eigentlich war seine Strong-by-Zumba®-Schnupperstunde für Erwachsene gedacht. Die Turnermädels scherte das nicht. Sie konnten locker mithalten, wenn die nächste Raketenstufe an Kraftaufwand und Bewegungen gezündet wurde. Das intensive Intervalltraining zu speziell komponierten Rhythmen ist der einer der heißesten Trends in der Welt des Sports. Fitness-Fans aller Altersklassen waren begeistert. Genau wie die Teilnehmer des Entspannungskurses mit Jo Birkenseher im Anschluss. Qi-Gong, Tai-Qi und Selbsthypnose kombiniert er zum perfekten Cool-Down – auch leicht im Alltag anwendbar. Der gesundheitliche Nutzen der Entspannungsübungen ist längst empirisch nachgewiesen.

 

Indes hatte sich die Halle der Sparda-Bank-Sporthalle des ETSV 09 in einen phantasievoll gestalteten Erlebnisspielplatz verwandelt. Insgesamt 100 Kinder und Jugendliche aus Landshut und der Umgebung tummelten sich auf dem Hallenboden. Für alle Altersklassen war etwas dabei: Klassiker wie „Affenschaukel“ oder Taue zum Schwingen bis zu ungewöhnlich zusammengestellten Sportgeräten wie Spannbarren, dann Schwebebalken und danach Sprungtische.Frei nach dem Motto: Darauf klettern, darüber schwingen oder durchspringen – ganz, wie du willst.

Unterstützt wurde der Erlebnis-Spieltag von der Anti-Drogen-Aktion „Kinder stark machen“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. An Stationen bewiesen die Kinder ihr Geschick und ihr Kooperationsvermögen. Wenn die Laufkarte vollständig abgestempelt war, konnten sie die Teilnehmer gegen kleine Preise eintauschen, die unter anderem von der Sparda-Bank gesponsert worden waren. Die rechte Hälfte der Halle war für die Größeren reserviert. Sie testeten ihre Grenzen auf der Airtrack und auf den Parkour-Cubes aus.

Von der Tribüne aus konnten Mama, Papa, Oma und Opa entspannt den Kindern zuschauen. Wie immer bot die Cafeteria Getränke, Kuchen und herzhafte Snacks an. So konnte man leicht das nasskalte 3-Grad-Wetter außerhalb der Halle vergessen.

Übrigens: Wer mehr Entspannung möchte, kann sich für den 24.11. zum Wohlfühltag mit Jo Birkenseher anmelden. Und Michael Wallner stellt am 7.11. um 19.00 Uhr in der Mittelschul-Turnhalle St. Wolfgang noch einmal Strong-by-Zumba® vor.

Text: Achim Reinhart  Bilder: Schedlbauer Kerstin

„Halten Sie dieses Kind geeignet für den Sportverein?“

Diese Frage einer begleitenden Lehrkraft an die Übungsleiterin beim Schulprojekttag trifft ein noch immer weit verbreitetes Missverständnis genau. Der Wert von Sport und Bewegung für den heranwachsenden Organismus eines Kindes ist allgemein anerkannt, ebenso dass der Weg zum Meistertitel über den organisierten Sport führt. Vereine leisten jedoch noch wesentlich mehr. Sie bieten Gemeinschaft, fördern die Persönlichkeitsentwicklung durch Erfolgserlebnisse und den Umgang mit Niederlagen, durch Teilhabe und Gestaltungsmöglichkeiten und die Übernahme von Verantwortung. In diesem Sinne sollte es also eher um die Frage nach der passenden Sportart gehen!


Beim diesjährigen Projekttag waren wieder Boxen beim Boxclub Bavaria, Fußball, Karate, Leichtathletik, Stockschießen und (Gerät-)Turnen durch den ETSV 09 im Angebot, sowie Orientierungslauf und-neu hinzugekommen- Badminton mit dem Post SV als Gäste mit auf dem Gelände bzw. in der Sporthalle der 09. Ca. 250 Schülerinnen und Schüler der Grundschule St. Nikola (2.-4. Klassen) und des Sonderpädagogischen Förderzentrums (3./4.
Klasse) waren zum Schnuppern gekommen.

 


Unter dem Motto „die Welt steht Kopf“ vermittelten die Turner einige Vorübungen hin zum Handstand und die geeignete Hilfestellung, damit das Element auch jedem Mitschüler gelingen konnte. Einen Ball kopfunter hängend aufzufangen und abzuwerfen war zum Abschluss noch einmal eine ganz besondere Herausforderung für Wahrnehmung und Koordination, die allen sehr viel Spaß bereitete. Bei den Leichtathleten gab es Sprinttraining und eine altersgerechte Einführung in den Hürdenlauf mithilfe von Bananenkartons.

Die Handballer des ETSV 09 wählten stattdessen den alternativen Weg und schickten ihre Trainer in die Schulen hinaus, u.a. zur Grundschule St. Wolfgang und präsentierten vor Ort ihre Sportart.

Jedes einzelne Kind, dem wir den Weg in den Sportverein zeigen konnten, rechtfertigt den Aufwand und den besonderen persönlichen Einsatz der beteiligten Übungsleiter, sind sich die Organisatoren der Aktion einig.

Text: Kerstin Schedlbauer   Bilder erhalten von: Kerstin Schedlbauer

 

„Ich bin 90 Jahre alt. Wir haben das auch gemacht. Aber wir wurden immer vertrieben.“ So erinnert sich ein alter Mann, der seit einigen Minuten unseren Parkourlern zuschaut. Dabei dürfte es damals das Wort „Parkour“ noch gar nicht gegeben haben!

Der erste Spot ihres Parkour-Ausfluges nach Regensburg war nicht von schlechten Eltern: ein Treppenaufgang und die öffentliche Terrasse einer großen, schon etwas in die Jahre gekommenen Wohnanlage. Schräge Lüftungsgitter dienten als Startrampe für den Sprung nach oben. Breite Betongeländer luden dazu ein, in einigen Meter Höhe zu balancieren. Treppenabsätze ließen sich im Jump nehmen. Mit Respekt näherten sich die Kinder und Jugendlichen der Challenge. Nur so viel, wie man sich sicher zutraut! Das reichte, um Passanten zum Staunen zu bringen.

Der nächste Spot lag in unmittelbarer Nähe zur Donau, nicht weit weg von der historischen Wurstkuchl. Hier bildeten Geländer, Bänke und Treppenabgänge zur Donaupromenade die Hindernisse, an denen man sich abarbeiten konnte. Alex, Silke, Nasser und Paul führten die Bewegungskreativität ihrer Schützlinge auf ein bisher unbetretenes Terrain. Hier lernten sie vieles dazu. Danach machte die Bande am Ufer der Donau Brotzeit.

Am Nachmittag fuhr der Stadtbus die jungen 09er hinaus in die Lilienthalstraße, zur Halle des Regensburger Parkour-Vereins. Im TÜV-geprüften Innenraum waren der Phantasie keine Grenzen gesteckt. Airtrack, Cubes und eine riesige Schnitzelgrube erlaubten kreative Bewegungsabläufe wie Saltos, Katzensprünge und Drops. Hier konnten die Teens so richtig loslegen. Unbekümmert rannten sie herum, hangelten sich da hoch, sprangen von dort runter . Nach vielen bewegungsintensiven Stunden ließ die Power langsam nach. So wurde das Bad in der Schnitzelgrube schließlich die gefragteste Attraktion. Doch sich aus dem Schaumstoff-Meer zu befreien, kostete ebenfalls eine Heidenkraft.

Schweißgebadet posierten alle für ein letztes Gruppenfoto, ehe es am frühen Abend nach Hause ging. Ein Abenteuer-Parkour-Ausflug mit Indoor- und Outdoor-Herausforderung: Das sollte man unbedingt wieder machen!

 

Text: Achim Reinhart  Bilder: Petra Schedlbauer und Paul Kegelmaier